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Blog meinweg - deinweg

Ein Ratschlag an Menschen, die nicht Nein sagen können – von einer Jasagerin

Geschrieben von Nicole

Ich bin eine Jasagerin, das gebe ich offen zu. Wenn mich mein Arbeitgeber bittet, länger zu bleiben, sage ich Ja. Wenn ich meiner Freundin einen Gefallen tun soll, sage ich Ja. Wenn ich meine Mutter zum Arzt fahren soll, sage ich Ja. Wenn es um freiwillige Zusatzaufgaben im Job geht, sage ich Ja. Wenn ich mich krank fühle und ein Kunde bittet, trotzdem zu kommen, sage ich Ja. Wenn meine Katze miaut und noch einen Nachschlag will, sage ich Ja. Ich sage also Ja. Immer. Oder zumindest in 99 Prozent der Fälle. Diese Liste des Jasagens könnte ich endlos weiterführen. Im ersten Moment fühlt sich das eigentlich ganz gut an, weil ich die Bedürfnisse der anderen erfülle und dadurch ziemlich beliebt bin. Doch im zweiten Moment weiß ich, dass ich mir damit selbst in die Tasche lüge...

Ein Nein ist ein Nein. Punkt.

Weil ich dabei eine ganz bestimmte Person vergesse, die ebenfalls Bedürfnisse hat:

Mich selbst!

Das Problem ist:

Ich sage oft nicht Ja,

weil ich es WILL

sondern weil ich das Gefühl habe,

ich MUSS.

Das stinkt zum Himmel und ist eine ziemlich besch*** Angewohnheit!

Warum denke ich, ich „muss“?

Weil

  • ich andere Menschen nicht enttäuschen möchte
  • ich meinen Job nicht verlieren möchte
  • „Helfen“ bei mir groß geschrieben wird
  • ich keinen Streit will
  • ich für das, was ich tue, Anerkennung will

Und ganz wichtig:

  • Weil ich Schuldgefühle habe, wenn ich eine Bitte ablehne

Das ist auf die Dauer gefährlich.

Nein, keine Sorge, nicht für die anderen.

Sondern für MICH!

Denn wenn ich Pech habe, sinkt dadurch mein Selbstwert in den Keller.

Weiterhin bin ich eine Flasche, weil ich immer nur nach der Pfeife der anderen tanze.

Dementsprechend gleiche ich einem Spielball, den man schön herumschubsen kann – ganz wie es einem beliebt.

Am Ende lasse ich zu, dass meine eigenen Grenzen ständig übertreten werden – und verliere mich dabei selbst.

Ich möchte aber kein Spielball sein!

Ich möchte nicht, dass meine Grenzen übertreten werden!

Ich möchte Nein sagen, wenn ich Nein denke!

Und ich möchte Ja sagen, wenn mir danach ist!

Tickst du ähnlich wie ich?

Hast du ebenfalls genug vom Ja sagen wenn du eigentlich Nein sagen willst?

Für dich und mich habe ich mich über das Nein sagen informiert.

Die gute Nachricht zuerst:

Nein sagen

kann man

LERNEN.

Also lass es uns jetzt tun...


Gründe für das nicht Nein sagen können

Eine Frage, die sich mir immer wieder stellt, ist diese:

Warum ist Nein sagen für viele Menschen so schwierig?

In dem Buch „Everybodys Darling, Everybodys Depp“ (2009, S. 155) befasst sich die Autorin Irene Becker mit verschiedenen Gründen, warum Menschen oft schlecht Grenzen setzen oder Nein sagen können – und liefert gleichzeitig Strategien dagegen, die mehr dem eigenen Ich entsprechen.

Zunächst beschreibt sie verschiedene Gründe, wegen derer wir immer wieder Ja anstatt Nein sagen – für jeden von uns kann hier ein anderer Grund ausschlaggebend sein:

  1. Wir handeln nach inneren Glaubenssätzen wie z.B. wir müssten doch, wir sollten, das macht doch jeder usw. Die Autorin nennt diese Glaubenssätze „allgemeine implizite Regeln“.
  2. Für uns sind die Bedürfnisse anderer ungeschriebenes Gesetz und wir respektieren sie – ohne zu hinterfragen, ob sie gerechtfertigt oder angemessen sind.
  3. Die Rolle, in der wir uns fühlen (z.B. Mutter, Ehefrau, Kollegin usw.) verhindert, dass wir eine Bitte ablehnen können.
  4. Wir haben Angst, welche Folgen ein Nein für uns hätte, deswegen gehen wir oft den momentan leichteren Weg und sagen Ja.
  5. Es fällt uns schwer, gegenüber bestimmten Personen ein Nein zu äußern: z.B. gegenüber der Mutter, dem Vorgesetzten, der Arbeitskollegin oder einer sehr engen Freundin.
  6. Wir leiden an etwas, was im Volksmund als „Helfersyndrom“ betitelt wird.
  7. Wir springen auf bestimmte Auslöser (z.B. Tränen, gerunzelte Stirn, lautere Tonlage) an, die uns weich werden lassen.
  8. Wenn es um ein bestimmtes Thema geht, fällt es uns schwerer als bei anderen Themen, Nein zu sagen (z.B. wenn uns eine Freundin bittet, spontan auf ihre Katzen aufzupassen und wir selbst Haustiere haben).
  9. In bestimmten Situationen denken wir, dass wir nicht Nein sagen können (z.B., wenn andere uns gerade einen Gefallen getan haben und nun kurze Zeit später von uns etwas fordern).
  10. Wenn es uns selbst nicht so gut geht (z.B. wir sind müde, unsicher, genervt usw.), sagen wir vielleicht leichter Ja als sonst. Warum? Um vielleicht Diskussionen zu vermeiden.
  11. Wenn wir jemandem eine Bitte abschlagen, bekommen wir sofort ein schlechtes Gewissen.
  12. Wir fühlen uns für die Probleme der Welt verantwortlich und sehen es als ureigene Aufgabe, all diese zu lösen.
  13. Uns fehlen die Formulierungen, wie wir ein Nein angemessen äußern können, ohne uns lächerlich zu machen.
  14. Wir haben verschiedene Befürchtungen, wie der andere reagieren wird (z.B. wir werden im Job entlassen, die Freundin kündigt uns die Freundschaft, der andere heult usw.).
  15. Eine andere Person hat uns schon einmal einen großen Gefallen getan und jetzt stehen wir ein Leben lang in ihrer Schuld.
  16. Wir haben das Pech, auf einen „manipulativen Trick“ (z.B. jemand legt uns schon ein Ja in den Mund, obwohl wir noch nicht einmal die Gelegenheit hatten, Nein zu sagen) hereinzufallen.

Dies alles können Gründe sein, unsere eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen zugunsten anderer Personen, deren Erwartungen wir erfüllen möchten.

Die eigentliche – und absolut wichtigste! – Frage

„MÖCHTE ich

überhaupt Ja sagen?“

aber VERGESSEN wir bei den soeben angeführten Gründen!

Du hast dich entschlossen, Nein zu sagen, wenn du Nein sagen willst?

Gut!

Dann lass es uns TUN!

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Erfolgreich Nein sagen

Um erfolgreich Nein zu sagen, gibt es einen Königsweg – so wie ausführlich im Blogartikel von FlowFinder Alex beschrieben:

Mache dir dein Prioritäten klar

D.h. werde dir zu allererst einmal bewusst, was du grundsätzlich im Leben willst und was nicht.

Schreibe es dir auf.

Dann fällt es dir auch leichter, eine Bitte abzulehnen, wenn sie an dich herangetragen wird.


Stärke dein Selbstvertrauen

Wenn du weißt, was du willst und wer du bist, kannst du gut dafür vor anderen Menschen einstehen.

Du bringst dein Nein selbstbewusst rüber und stehst mit allen Konsequenzen dahinter.

Das macht dich vielleicht nicht zum beliebtesten Menschen des Tages – aber zu einem authentischen Selbst (und keiner verbogenen Jasager- Version!).

Doch nicht jeder kann diesen Königsweg sofort beschreiten.

Als Alternative jedoch kannst du dir antrainieren, wie du erfolgreich Nein sagst.

Das machst du so:


Nimm dir Bedenkzeit

Oft sagen wir Ja, weil wir von anderen überrumpelt werden. Sich Bedenkzeit zu verschaffen, ist immer ein guter Weg, um sich darüber klarzuwerden, was man eigentlich will.

Antworte also dem anderen:

„Du, ich möchte mir das gerne bis morgen (oder xxx) überlegen.

Dann gebe ich dir Bescheid.“

Formuliere das unbedingt als Aussage und nicht als Frage.

Sonst hat der andere die Möglichkeit, deinen Wunsch abzulehnen.

Wie von Tannia Konnerth in ihrem Blogartikel empfohlen, kannst du dir während der Bedenkzeit diese Fragen stellen:

  • Was soll ich dem anderen für einen Gefallen tun?
  • Möchte ich das überhaupt?
  • Habe ich im Moment die nötige Energie, Zeit und Kraft, der Bitte nachzukommen?
  • Was bedeutet der bittende Mensch für mich?
  • Habe ich vielleicht schön öfters seine Bitten erfüllt und fühle ich mich ausgenutzt?

Wenn du dir im Klaren bist, dass du Nein sagen möchtest, gehe zu dem anderen und bitte ihn um ein Gespräch.

Jetzt kommt der – in meinen Augen - schwerste Schritt:


Forumuliere ein angemessenes Nein gegenüber anderen

Wenn du eine Bitte ablehnst, formuliere diese Ablehnung höflich aber bestimmt.

Ein paar gute Tipps, ein angemessenes Nein zu formulieren, habe ich unter anderem auf bei der Seite „Karrierebibel“ gefunden.

Tipp 1: Biete Alternativen an

Beispiel:

„Ich kann den Vortrag nicht für dich erstellen

aber ich unterstütze dich gerne mit Unterlagen zum Thema.“

Damit bietest du eine Alternative an und milderst dein Nein etwas ab.

Voraussetzung für dieses Vorgehen:

DU möchtest das AUCH!

Und bietest diese Alternative nicht nur aus schlechtem Gewissen an...


Tipp 2: Mache dem anderen die Folgen klar

Beispiel:

„Wenn ich dir heute helfe, die Präsentation zu erstellen,

bleibt dafür meine Kundenakquise auf der Strecke.“

Damit zeigst du, dass auch du Gründe hast, eine Bitte abzulehnen.

Wer behauptet denn, dass deine Gründe unwichtiger sind als die des anderen??


Tipp 3: Weise auf deine eigenen Gefühle hin

Beispiel:

„Mama, ich kann mir vorstellen,

dass du jetzt enttäuscht von mir bist,

weil ich am Wochenende nicht komme,

aber ich wäre wirklich sehr traurig,

wenn ich deswegen meine Weiterbildung absagen müsste.“

Damit weist du auf deine Gefühle hin ohne den anderen anzugreifen und zeigst gleichzeitig Verständnis für die Empfindungen des anderen.


Tipp 4: Sei (und bleibe!) konsequent

Beispiel:

„Ich helfe dir gerne – aber nicht an diesem Wochenende.

Ich habe bereits etwas mit meiner Familie geplant.“

Lass dich nicht erweichen und bleibe bei deinem Nein.

Natürlich wird der andere Gegenargumente haben.

Diese kannst du dir zwar anhören, aber trotzdem bei deiner Meinung bleiben.

Bei all diesen Tipps ist der Wichtigste nun dieser:


Tipp 5: Übe dein Nein regelmäßig

Nein sagen muss trainiert werden.

Das kannst du schon mit kleinen Dingen tun z.B. wenn dir im Restaurant ein Essen nicht geschmeckt hat, teile das der Bedienung ehrlich mit anstatt höflich zu lächeln.

Wage in Diskussionen einmal bewusst einen Widerspruch und schaue, was passiert.

Wenn dir der Telefonfritze ein Abo andrehen will, lehne es freundlich aber bestimmt ab.

Damit stärkst du die Fähigkeit,

Nein zu sagen.

Du wirst sehen:

Mit der Zeit fällt es dir leichter.

Welche positiven Folgen hat nun dieser Richtungswechsel für dich?


Positive Folgen des Nein-sagens

Wenn du regelmäßig Nein sagst und damit auch auf deine eigenen Bedürfnisse hörst, führst du gute und förderliche Beziehungen zu anderen Menschen.

Du vergisst dich selbst nicht und gehst nicht über deine eigenen Grenzen.

Das macht dich zu einem

authentischen Menschen

und führt dich

zu einem selbstbestimmteren Leben.

Ein Ziel, für das es sich lohnt, Nein zu sagen, oder nicht?


Die Autorin Irene Becker beschreibt in ihrem Buch „Everybodys Darling, Everybodys Depp“ (2009)“

Merkmale einer guten, gleichberechtigten Beziehung zu anderen

  • Es gibt ein Geben und Nehmen von beiden Seiten, das sich aber auch immer wieder gegenseitig ausgleicht.
  • Niemand wird bevorzugt, niemand wird benachteiligt.
  • Bei einer Konversation wird klar und aufrichtig gesprochenohne zu versuchen, den anderen irgendwie zu manipulieren.
  • Kritik oder Auseinandersetzungen werden konstruktiv geklärt – ohne dabei eine Partei emotional zu erpressen.
  • Respekt wird groß geschrieben – die Parteien achten sich.
  • Loyales Verhalten und Zuverlässigkeit sind wichtig.
  • Alle Parteien leben ähnliche Werte und Vorstellungen.
  • In der Beziehung gibt es sowohl Nähe als auch Distanz – mit genügend Raum für die eigene Entwicklung.

Bitte beachte:

Werden diese Kriterien verletzt,

ist es sinnvoll, Forderungen,

die von anderen an dich herangetragen werden,

schlichtweg ABZULEHNEN!

Nein sagen: Das Fazit

Was ist nun mein Ratschlag an dich (und irgendwie ja auch an mich)?

Sage ehrlich Nein,

wenn du Nein meinst

und verbiege dich nicht

zu einem unpassenden Ja.

Sei authentisch.

Stehe zu deinen Bedürfnissen und dir selbst.

Du wirst sehen, deine Beziehungen werden in der Folge respektvoller und gleichberechtigter.

Eines ist klar:

Die Menschen, die dein Nein dauerhaft nicht akzeptieren können,

werden dich mit Sicherheit irgendwann verlassen.

Dann aber hast du niemanden verloren, der dir ein guter und gleichberechtigter Partner war sondern einen Menschen, der nur auf seine eigenen Belange schaute.

Natürlich soll das jetzt nicht heißen, dass du pauschal alle Bitten, die an dich herangetragen werden, ablehnen sollst.

Aber es bedeutet schon, sich immer wieder ernsthaft zu fragen, ob du das in diesem Moment willst und – wenn du es nicht willst – dies dem anderen auch in einer angemessenen, nicht verletzenden Form mitzuteilen.

Hier noch einmal die Basics aus diesem Artikel:

  • Wenn jemand eine Bitte an dich heranträgt, frage dich als Allererstes, was DU willst.
  • Bitte dabei um Bedenkzeit, um dich nicht sofort entscheiden zu müssen.
  • Mache dich frei von Schuldgefühlen. Du hast dasselbe Recht auf die Erfüllung deiner Bedürfnisse wie der andere.
  • Wenn du Nein sagen willst, sage Nein und nicht Ja. Lehne also die Bitte höflich, aber bestimmt ab und bleibe konsequent.
  • Übe das Nein sagen regelmäßig – du wirst sehen, mit der Zeit fällt es dir leichter.

Natürlich kann sein, dass sich deine Mitmenschen zurückgewiesen fühlen und die Absage persönlich nehmen.

Aber das liegt nicht in deiner Hand und ist immer die Entscheidung des anderen, wie er darauf reagiert.

Grundsätzlich gilt:

Wer fragt,

bietet immer eine

ENTSCHEIDUNGSMÖGLICHKEIT an

und MUSS auf ein

Ja ODER ein Nein gefasst sein!

Wenn er von dir dann ein Nein bekommt, kannst du immer nur das Beste hoffen und darfst dir selbst wirklich kein Schuldgefühl einreden, nur, weil du an deine Bedürfnisse denkst.

Du bist für dich verantwortlich.

Er ist es für sich.

Übrigens:

Nachdem ich diesen Artikel geschrieben habe, musste ich gegenüber meinem Vorgesetzten ein Nein formulieren.

Er wollte mir meine freien Tage aus betrieblichen Gründen kürzen.

Ich lief zwar rot an wie ein Feuermelder, hatte Herzklopfen und definitiv Angst – bestand aber trotzdem weiterhin auf meine Freizeit.

Es geschah, was ich so nicht erwartete: Er schluckte mein Nein wie eine fette Kröte, auch wenn es ihm definitiv nicht passte.

Jetzt kümmert sich also ein anderer um das Projekt…

Du siehst also, es GEHT!!!

Und wenn es bei MIR geht,

geht es auch bei DIR!

In diesem Sinne: Mach dich fit für´s Nein sagen!

Deine Nicole

P.S. Wann hast du schon mal Nein gesagt? Wie sagst du es dann? Hinterlasse gerne einen Kommentar!     

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Über den Autor

Nicole

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Hi, mein Name ist Nicole,
ich bin Sozialpädagogin und Trainerin für Biografisches Arbeiten, was ich als meine persönliche berufliche Erfüllung bezeichne. Daneben gehe ich in die beste Schule überhaupt: Das Leben!

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