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Blog meinweg - deinweg

Zeit: Das simpelste und sinnvollste Geschenk überhaupt!

Geschrieben von Nicole

Sicher kennst du das auch: Jemand hat Geburtstag und du hast den Job, Geschenke zu besorgen.

Das sollte natürlich etwas Passendes sein. Etwas, das Freude macht. Und etwas, das es genau auf den Punkt für die betreffende Person trifft. Mr. Google hat da viele Vorschläge und bestimmt findest du immer irgendetwas, was du schließlich mit roter Schleife und guten Wünschen überreichen kannst. Klar wird sich der Beschenkte darüber freuen. Wahrscheinlich werdet ihr Euch sogar ein wenig unterhalten und eine gute Tasse Kaffee genießen. Dann aber wirst du wieder gehen. Du wirst dich freuen, weil du so ein gutes Geschenk gemacht hast. Der andere freut sich auch. Aber aus einem anderen Grund…

Was denkst du, könnte dieser Grund sein?

Du meinst, weil er so etwas wahnsinnig Tolles bekommen hat?

Sicher.

Aber das ist nicht der einzige Grund.

Das Hauptgeschenk war nämlich ein ganz anderes.

Etwas ungleich Wertvolleres:

DU!

Ja, richtig gelesen.

Das HAUPTgeschenk warst DU!

Deine Anwesenheit.

Dein Lächeln.

Eure gemeinsame schöne Zeit.

Und das Empfinden, dass Ihr beide Euch gern habt.

So einfach ist es, denkst du?

Ja! So einfach!

:)

Ich gebe dir einen guten Tipp: Wenn du jemandem etwas wirklich Gutes schenken willst, dann widme ihm regelmäßig ein paar Minuten deiner kostbaren Zeit.


Zeit als Geschenk, das Sinn macht

Meine Frage an dich ist folgende:

Was denkst du erfreut jemanden mehr - ein geschenkter Gegenstand oder die Zeit, die du dir für ihn nimmst?

Ich denke:

Materielle Geschenke sind etwas wunderbares, doch

jeder Mensch, der dich liebt und den du liebst,

wird sich wahrscheinlich erst einmal

über das gemeinsame BEISAMMENSEIN freuen!

Dabei sollte das natürlich nicht in eine Verpflichtung übergehen, das wäre der falsche Weg.

Nein, es sollte dem anderen und dir schlicht und ergreifend Freude machen, Zeit miteinander zu verbringen.

Ich weiß, dass es im Alltag oft ziemlich schwer ist, sich diese gemeinsamen Zeiten zu schaffen.

Das geht uns allen so.

Job, Familie, Haushalt, Hobby – alles fordert Zeit und Energie.

Ehe wir uns versehen, ist schon wieder eine Woche (ein Monat, ein Jahr?!) vergangen, ohne dass wir einen Anruf getätigt oder eine für uns wichtige Person getroffen haben.

Nächste Woche geht auch noch.

Oder übernächste.

Oder …?

Hm, ja WANN?

Wann wirst du wieder Qualitätszeit mit dem anderen für dich wichtigen Menschen verbringen?


Gemeinsam Qualitätszeit nutzen

Der Begriff „Qualitätszeit“ mag dir jetzt wahrscheinlich komisch vorkommen.

Schon mal gehört?

Nicht?

Ok.

Dann überlege dir bitte kurz folgendes:

Was könnte dieser Begriff bedeuten?

Was könnte er für DICH bedeuten?

Schließe am besten die Augen und besinne dich für ein paar Sekunden…

Und?

Zu einem Ergebnis gekommen?

Ich sage dir mal, was für mich Qualitätszeit bedeutet:

Für mich ist Qualitätszeit eine Zeit,

in der ich WIKLICH bei der anderen Person bin.

Und zwar nicht nur KÖRPERLICH,

sondern auch GEISTIG.

Wenn du das tust, verbringst du hier und jetzt sinnvolle Zeit mit dieser Person.

Das heißt, du hast dich in diesem Moment für diese Person und gleichzeitig gegen etwas anderes entschieden. Gegen deine Wäsche, gegen deinen Job, gegen deine Alltagsverpflichtungen und gegen alle möglichen anderen Dinge, die sonst so auf dich warten.

DU. BIST. HIER.

JETZT.

ZU 100 PROZENT.

Gäbe es ein Rezept dafür, wie man sinnvoll Zeit miteinander verbringt, würde es wahrscheinlich folgendermaßen lauten:

Schenke dich dem anderen. Ganz und gar. Schaue den anderen an. Sprich mit ihm. Höre, was er sagt. Nimm es in dich auf. Sei da. Sei vollkommen in diesem Moment da. Und zwar ohne gleichzeitig mit den Gedanken woanders zu sein. Mehr musst du nicht tun.

DAS ist Qualitätszeit.

Keine verramschte Zeit.

Probiere es aus - du wirst den Unterschied merken.

Der andere wahrscheinlich auch…

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Eine persönliche Geschichte über Zeit

Kurz vor Weihnachten besuchte ich einen alten Mann im Krankenhaus.

Eigentlich hatte ich gar keine Zeit und war mit den Gedanken ganz woanders.

Gerade hatte ich mich nach einem langen Tag über einen ungehobelten Autofahrer geärgert und musste erst wieder herunterkommen.

Der Tag war insgesamt nicht gut gelaufen. Am Morgen erwachte ich mit Halsschmerzen. Im Job stürzte mir der Computer ab – und mit ihm eine Datei, an der ich tagelang gearbeitet hatte. Auch meine Katze machte mir Sorgen – sie fraß seit Tagen nichts. Ein Fall für den Tierarzt.

Irgendwie war (wie jedes Jahr!) aus der stressfreien Vorweihnachtszeit eine blindwütige Suche nach Geschenken geworden.

Dabei kam leider das Wichtigste abhanden:

Die Freude am Aussuchen.

Ich war ich wütend auf mich selbst, weil ich es in vier Wochen nicht einmal geschafft hatte, Plätzchen zu backen. Obwohl ich es mir JEDES JAHR aufs Neue vornahm und irgendwie doch niemals umsetzte.

Meine Stimmung war also ziemlich im Keller, als ich das Krankenhaus betrat.

Der alte Mann lag auf der Krebsstation.

Einsam und verlassen.

Viele Freunde hatte er nicht mehr, in fortgeschrittenem Alter ist das leider keine Seltenheit.

Als ich das Zimmer betrat, lächelte er.

Glücklicherweise konnte ich das Lächeln ehrlich zurückgeben.

Denn als ich ihn sah, fiel der Stress von mir ab und ich war unerwarteterweise völlig präsent.

Wir begrüßten uns herzlich.

Sofort erkannte ich die Traurigkeit in seinen Augen.

Ich ahnte, woran er dachte:

Er vermisste seinen Sohn, der ihn nur sporadisch besuchen kam.

Das tat ihm weh,

denn er liebte ihn von Herzen.

Ich hoffte, seine Traurigkeit mit einem kleinen Weihnachtsgeschenk mildern zu können.

Also übergab ich ihm ein Päckchen mit Süßigkeiten und einem guten Buch.

Der alte Mann freute sich.

Wir öffneten gemeinsam die Schokolade, die ich ihm eingepackt hatte und genossen sie.

Dann sprachen wir über seine Vergangenheit.

Er erzählte mir von seiner Frau, mit der er Zeit seines Lebens verheiratet war und die nun mit fortgeschrittener Demenz in einem Altenheim lag. Von dem Haus, das sie besessen und gemeinsam liebevoll eingerichtet hatten. Von seinen Haustieren, die er ganz besonders geliebt und immer verwöhnt hatte. Von seinen beglückenden Aufenthalten in der Natur. Das alles war nun vorbei. Es war Geschichte und auch das stimmte ihn traurig.

„Was wünschen Sie sich für das neue Jahr?“ – fragte ich in der Hoffnung, ihn aufzumuntern.

Der alte Mann überlegte eine Weile und meinte dann:

„Eigentlich habe ich nur einen Wunsch:

Dass ich in den Wald gehen

und dort sterben kann.“

Zunächst wusste ich keine Antwort auf diese Aussage.

Natürlich kamen mir all die typischen Floskeln in den Sinn wie z.B.: „Ach, das wird schon wieder“ oder „Es kommen auch wieder gute Zeiten.“ (Klar, für einen Krebskranken im Endstadium ganz sicher! Richtig bescheuerte Antwort, Nicole)

Was also sagt man einem Menschen,

der das nächste Weihnachten

wahrscheinlich nicht mehr erleben wird?

Aus einem Gefühl heraus entschied ich mich gegen die Floskeln.

Stattdessen blickte ich ihn an und drückte seine Hand.

Dann meinte ich:

 

„Ich kann Ihren Wunsch gut verstehen.

Trotzdem können wir versuchen,

uns jetzt in diesem Moment

eine schöne gemeinsame Zeit zu machen.

Ungeachtet dessen,

was morgen oder im neuen Jahr kommen wird.“

 

Er lächelte und nickte.

Dann meinte er:

 

„Das stimmt.

Wissen Sie, das kostbarste Geschenk, das wir einem anderen

Menschen machen können, ist Zeit mit ihm zu verbringen.

Vergessen Sie den Alltag.

Vergessen Sie das, was Sie täglich beschäftigt.

Am Ende zählt es nicht.

Am Ende zählt etwas ganz anderes.

Und zwar das, was wir sonst so wenig zu schätzen wissen:

Die Beziehungen zu anderen. Ein Lächeln. Ein schöner Moment, an den du dich irgendwann erinnerst und weißt: Da hat alles gestimmt.

Alles geht schließlich vorüber. So wie das Leben. Zurück bleibt nur die Erinnerung.“

 

Traurig sah er mich an.

Ich schwieg, denn ich wusste keine passende oder beruhigende Antwort.

Deswegen reichte ich ihm stattdessen ein Stück Schokolade, die er dankbar annahm.

Nachdem er abgebissen hatte, richtete er den Blick wieder auf mich.

 

„Danke, dass Sie hier sind.

Danke, dass Sie jetzt wirklich HIER sind.

Denn nächstes Jahr um diese Zeit weiß keiner von uns, ob uns

dieser gemeinsame Moment noch einmal vergönnt ist.“

 

Ehrlich berührt fasste ich seine Hand. Seine Worte waren für mich eine sehr wertvolle Erkenntnis.

Ich wusste nur eines – ich wollte in diesem Moment nirgendwo anders sein als an diesem Bett und diesem Menschen etwas Gutes tun.

Damit er ein wenig von seinen trüben Gedanken abgelenkt war.

Dazu musste ich gar nicht viel tun oder schenken.

Nein, ich musste einfach nur „DA sein.“

Als ich sein Zimmer schließlich verließ, hatte ich ein gutes Gefühl.

Warum ich das hatte?

Weil wir uns beide in diesem Moment etwas sehr Wertvolles geschenkt hatten:

Verbundenheit und Wertschätzung

für den gemeinsamen Augenblick.

Das haben wir beide trotz unseres Altersunterschiedes von vierzig Jahren gespürt.

Innerlich bedanke ich mich dafür bei ihm. Denn er hat meine Perspektive für die wichtigen Dinge im Leben wieder zurechtgerückt.

An den bescheuerten Autofahrer jedenfalls habe ich seitdem nicht mehr gedacht…


Die Quintessenz aus dieser Geschichte

Wenn du jemandem ein wirklich sinnvolles Geschenk machen willst, dann 

verbringe ZEIT mit ihm.

Schenke ihm einen gemeinsamen Kinobesuch, einen Ausflug in den Tierpark, einen Kaffeeklatsch in trauter Runde, die Teilnahme an einem gemeinsamen Kurs oder gehe mit ihm spazieren. Das gilt ausdrücklich NICHT nur für alte Leute, sondern auch für die jüngere Generation.

Du weißt nie, wie lange dieser Mensch in deinem Leben sein wird, deswegen schätze den Moment, den du mit ihm gemeinsam verbringen darfst.

Völlig egal, was dir am Ende einfällt: Alles wird gut sein.

Solange du nur dabei

und vollkommen

bei dem anderen bist.

Daran werdet ihr Euch in der Zukunft viel mehr erinnern als an das hundertste Parfüm oder das tausendste Buch.

Zumindest das ist es, was ich bislang aus all meinen Begegnungen mit Menschen in Krisensituationen gelernt und in meinem Buch „Mein Weg – dein Weg? Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst“ auch so geschrieben habe.


Puh, schwere Kost, oder?

Keine Sorge, ich bin schon fertig.

Wir haben ja beide wenig Zeit.

Bevor ich dich aber jetzt wieder in deinen zeitlosen Alltag zurücklasse, habe ich noch eine kleine abschließende Frage:

Was denkst DU, sind wirklich sinnvolle Geschenke für andere Menschen?

Danke für deine geschätzte Meinung!

Eine gute Zeit!

Deine Nicole :)

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Über den Autor

Nicole

Nicole

Hi, mein Name ist Nicole,
ich bin Sozialpädagogin und Trainerin für Biografisches Arbeiten, was ich als meine persönliche berufliche Erfüllung bezeichne. Daneben gehe ich in die beste Schule überhaupt: Das Leben!

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